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Mehr Respekt und weniger Häme, bitte!

Die muslimische Publizistin Khola Hübsch streitet in Talkshows und in ihren Zeitungsartikeln für einen verständnisvolleren Umgang mit dem Islam. Sie selbst trägt Kopftuch und tritt dafür ein, dass jede Frau selbst entscheiden kann, ob sie sich verschleiern möchte oder nicht. Sie möchte Männern auch lieber nicht die Hand zur Begrüßung geben, sondern legt ihre Hand auf ihr Herz als Zeichen des Respekts.

In der Talkshow „Maybritt Illner“ hatte Khola Hübsch deshalb Streit mit dem Vorsitzenden der Jungen Union, Paul Ziemiak. Mitten im Talk hatte Ziemiak Hübsch vorgeworfen, sie sei selbst nicht gut integriert, weil sie ihm den Handschlag vor der Sendung verweigert hatte. Hübsch reagierte überrascht und wütend. Sie argumentierte, dass er vor der Sendung noch kein Problem damit gehabt habe und warf ihm vor, sie vorführen zu wollen. Später erklärte Paul Ziemiak in einem Zeitungsinterview, dass er der Meinung sei, dass man von Muslimen verlangen könne, dass sie sich anpassen. Seiner Meinung nach würde das der Integration nicht schaden. Er könne verstehen, dass Menschen Angst davor haben, dass sich Deutschland verändert, wenn immer mehr Muslime den Handschlag verweigerten. Khola Hübsch argumentierte dagegen, dass es niemandem weh tue, wenn ihm nicht die Hand gegeben werde. Das habe nichts damit zu tun, dass man Nicht-Muslime weniger schätze. Sie gebe weder muslimischen noch anderen Männern die Hand zur Begrüßung, außer sie signalisierten, dass sie sich ansonsten verletzt fühlten. Sie vermeide den Handschlag aber lieber, weil sie keine fremden Männer berühren möchte. Ziemiak akzeptierte diesen religiösen Grund nicht.

Nach ihren Auftritten bei „Maybritt Illner“ oder „hart aber fair“ bekommt Khola Hübsch häufig viele Hassmails. Darin enthalten: Beleidigungen wie „Kopftuchschlumpf“ oder „Geh wieder dahin zurück, wo Du hergekommen bist“. Khola Hübsch wünscht sich in den aktuellen Debatten, dass wir uns mit mehr Respekt und weniger Häme begegnen. Ihrer Meinung nach sollten wir zusammen nach Lösungen suchen – und zwar auf Augenhöhe.

Zur Person

Hübsch ist gebürtige Frankfurterin. Ihr Vater ist der konvertierte Hadayatullah Hübsch, ihre Mutter stammt aus Indien. Sie schreibt unter anderem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau, Die Zeit, Cicero und Die Welt. Außerdem tritt sie auf Podiumsdiskussionen auf und hält Vorträge an Universitäten. An der Uni Münster hat sie eine Vorlesung über das Selbst- und Fremdbild der muslimischen Frau gehalten. Hübsch und ihre Familie sind Ahmadiyya-Muslime. Die Ahmadiyya ist eine islamische Glaubensgemeinschaft, die in Indien gegründet wurde. Sie fühlt sich selbst dem Islam angehörig, wird aber von vielen anderen Muslimen abgelehnt und verfolgt.

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