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YouTuber engagieren sich mit #NichtEgal – aber glaubwürdig?

Quelle: Screenshot #NichtEgal

#NichtEgal ist eine von Google, beziehungsweise YouTube finanzierte Initiative für Toleranz und Respekt und gegen Hass im Netz. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig unterstützt die Initiative, bei der 22 deutsche YouTube-Stars mitmachen. Dabei sind unter anderem Diana zur Löwen, die Space Frogs, zwei Mitglieder der Datteltäter und auch MrWissen2go, der auch #besserstreiten unterstützt. Die Kampagne ruft dazu auf, mit dem Hashtag #NichtEgal gegen Hater im Netz einzuschreiten.

Die Initiative bekam allerdings neben Lob auch viel Kritik. Einige Twitter-Nutzer kritisierten, dass die Initiative gar nicht definiere, was Hass im Netz überhaupt sei. Sie fühlten sich durch den Aufruf #NichtEgal in ihrer Meinungsfreiheit beschnitten. Viele Betreiber sozialer Medien empfinden es als Gratwanderung, die Meinungsfreiheit zu sichern und dabei gegen Hassreden vorzugehen. YouTube hat im letzten Jahr 92 Millionen Videos gelöscht, knapp eine Million wegen Hassbotschaften. Auf Twitter riefen einige Kritiker der Initiative dazu auf, sich das Gefühl Hass nicht verbieten zu lassen.

Der Internet-Satiriker Schlecky Silberstein ging noch einen Schritt weiter und zeigte in einem eigenen Video unter dem Titel #NichtEuerErnst, dass die ausgewählten Youtuber sich selbst oft genug im Ton vergreifen und stellte die Glaubwürdigkeit der #NichtEgal-Repräsentanten in Frage. Sein Video wurde bislang fast 90.000 mal abgerufen. Silberstein fragt in seinem Video unter anderem: „Sind Menschen, die hauptberuflich Minderjährige abzocken die richtigen Vorbilder für eine Wertekampagne?“

Die YouTuber, die sich für #NichtEgal einsetzen, haben alle schon selbst Hass im Netz erlebt. Sie glauben nicht, dass sie die Leute, die im Netz hetzen, davon überzeugen können, damit aufzuhören. Aber sie hoffen, dass sie vor allem die Kids im Klassenzimmer für das Thema sensibilisieren und so der Hatespeech vorbeugen können. Bleibt die Frage: Macht die Kampagne sich unglaubwürdig, weil sie Menschen als Vorbilder einsetzt, die den eigenen Worten oft keine Beachtung schenken? Oder schlägt man damit sogar zwei Fliegen mit einer Klappe? Indem man sie zu Vorbildern macht, kann man immerhin einen gewissen moralischen Druck ausüben, diese Funktion in Zukunft bewusst wahrzunehmen.

Darin besteht die große Chance von #NichtEgal. Das Projekt ist ein Zeichen gehen Hatespeech. Wenn die YouTuber davon überzeugt werden können, sich gegen den Hass im Netz einzusetzen, könnten Tausende ihrer Follower folgen. Die, die sich bereits an alle Umgangsformen halten, brauchen schließlich nicht davon überzeugt werden, weniger Hass im Netz zu verbreiten.

Mitdiskutieren: Ist #NichtEgal unglaubwürdig?

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